Hinter die Kulissen,  Sisterhood

Mama und Gründerin – Aleksandra Bleibohm und ihr Label Alice and Friends

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In Deutschland wächst die Zahl der Mama-Gründerinnen – der Mompreneurs, wie sie in den USA genannt werden. Mompreneurs sind Frauen die sich während der Schwangerschaft oder Elternzeit selbstständig gemacht haben und gleichzeitig Kind, Familie und Business rocken.

Ich selbst habe meinen Traum des eigenen kleinen Bio-Labels während der Elternzeit meines ersten Kindes verwirklicht und stehe kurz vor der Geburt meines Zweiten. Viel ist in den nun 14 Monaten passiert und vieles hat sich verändert..

In dieser Interview-Serie stelle ich euch großartige Mamas und Gründerinnen vor, die mir verraten, wie sie Kind und Business unter einen Hut kriegen.

Mama und Gründerin – Selbständig mit Kind, wie machst du das bloß?

Das letzte Mal habe ich von mir und meinem Weg in die Selbständigkeit erzählt. Heute stelle ich euch die liebe Aleksandra vor. Sie ist Gründerin und Inhaberin von Alice and Friends.

Alice and Friends bietet verspielte Kindermode aus natürlichen Materialien für kleine Träumer und Weltentdecker, die ein bisschen Sonne und Freiheit über die Kleidung in die Herzen trägt.

Liebe Aleksandra, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst um uns ein paar Fragen zu beantworten. Würdest du dich und dein Business kurz vorstellen?

Ich bin Aleksandra, bin 31 Jahre alt, Mutter einer Tochter und komme aus der Rattenfängerstadt Hameln ☺ Ich war schon immer gerne kreativ und nähe schon seit einigen Jahren.

Alice and Friends versteht sich als Slow-Fashion-Label. Ich setze auf Nachhaltigkeit statt Massenproduktion auf Kosten von Gesundheit, Qualität und Umwelt. Aus diesem Grund gibt es bei mir keine Saisonware, sondern Kleidung, die fast ganzjährig tragbar ist. Ich verwende ausschließlich Stoffe aus nachwachsenden, natürlichen Rohstoffen und setze dabei meinen Schwerpunkt auf Leinen- und Baumwollstoffen.

Was hast du vor der Gründung beruflich gemacht?

Ich bin eigentlich Kranken- und Kinderkrankenschwester und arbeite auch weiterhin in Teilzeit als Kinderkrankenschwester in der Kinderklinik.

Woher kam die Idee für dein Business und was war der entscheidende Auslöser um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen?

Als Janina auf die Welt kam, merkte ich, dass es wenig Babykleidung nach meinem Geschmack gab. Ich nähte also viel selbst und schnell kam mir die Idee zu meinem eigenen kleinen, nachhaltigen Label. Einen entscheidenden Auslöser gab es eigentlich nicht, sondern die Idee nahm nach und nach Form an. Als Janina dann etwas größer war, entschied ich mich, ein Gewerbe anzumelden und es einfach zu probieren.

Welche war die wichtigste Vorkehrung die du treffen musstest, um dein Business zu starten?

Definitiv eine gründliche Vorarbeit und Recherche bezüglich der rechtlichen Vorgaben, die mit dem Business einhergehen.

Wie haben deine Familie und Freunde reagiert?

Meine Familie und Freunde mochten schon immer meine selbstgenähte Kleidung und fanden es schön, als ich mein Hobby zu meinem Beruf machte.

Im Alltag Pausen schaffen und durchatmen

Wie organisierst du dich und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ohne dich selbst dabei zu vergessen?

Ganz ehrlich – meistens klappt es mehr schlecht als recht. Was sehr oft liegen bleibt, ist der Haushalt. Bei uns ist es sehr selten überall aufgeräumt. Aber ich glaube, das lässt sich nicht vermeiden und letztendlich ist gemeinsame Familienzeit auch wichtiger als eine geputzte Wohnung.
Ich versuche, mir im Alltag Pausen zu schaffen und durchzuatmen. Treffe mich öfter mit Freundinnen, während mein Mann mit unserer Tochter was Schönes macht. Versuche auch immer, den Ausgleich in meinen Alltag einzubinden. Hole zum Beispiel öfter Janina mit dem Bollerwagen aus dem Waldkindergarten ab. Hin und zurück ist das eine Stunde Fußweg quer durch den Wald. Aber das ist für mich Entspannung – einfach mal die Stille des Waldes genießen.

Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus?

Ich stehe mit Janina gegen 7.30 Uhr auf. Wir frühstücken, machen uns fertig und dann fahre ich sie auf 8:30 Uhr zum Kindergarten. Wenn ich gegen 8:45 wiederkomme und an dem Tag nicht ins Krankenhaus muss, arbeite ich Bestellungen ab und was sonst noch bzgl. meines Shops anfällt. Um 14 Uhr hole ich Janina vom Kindergarten ab und dann koche ich Mittag für mich und meinen Mann. Nachmittags gehen wir entweder in unseren Kleingarten oder machen zu Hause etwas Schönes. An Tagen, an denen ich Spätdienst im Krankenhaus habe, mache ich vormittags meistens den Haushalt. Janina wird dann entweder von meinem Mann, meinen Eltern oder Schwiegereltern aus dem Kindergarten abgeholt. Abends sitze ich öfter noch am PC und erledige Sachen, die liegen geblieben sind oder schaue mit meinem Mann eine Serie.

Was würdest du Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Ich würde ihnen raten, sich vorher einen Business- und Investitionsplan aufzustellen. Das habe ich nämlich nicht gemacht und habe aber gemerkt, dass ich es besser hätte tun sollen. Mittlerweile fühle ich mich recht sicher, was mein Business angeht. Aber ich glaube, ein Businessplan hätte mir die ein oder andere falsche Entscheidung erspart.

Herausforderungen im Businessalltag

Selbständigkeit bedeutet nicht selten auch Unsicherheit, kein Feierabend, kein Lohnersatz, wenn das Kind krank ist, Verschwimmen von Job und Privatleben. Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

In der ersten Zeit machte ich meinen Shop hauptberuflich, aber die Unsicherheit war mir tatsächlich irgendwann zu groß. Dem hohen finanziellen Druck hielt ich irgendwann nicht mehr stand. Deshalb fing ich Anfang 2018 wieder an, in meinem alten Beruf zu arbeiten. Ich mache meinen Beruf eigentlich sehr gerne, nur der Schichtdienst ist manchmal nicht so gut mit der Familie vereinbar. Aus dem Grund arbeite ich auch nur Teilzeit. In meinem Label steckt immer noch mein Herzblut drin. Aber seit ich nicht mehr unter diesem immensen Druck an dem Label arbeite, geht es mir deutlich besser. Ich ziehe meinen Hut vor den vielen Mädels, die trotz der schwierigen ersten Jahre immer weitergemacht haben und heute von ihrer kreativen Arbeit leben können.

Dass mein Shop mit meinem Privatleben verschwimmt, ist kein Problem für mich. Alice and Friends gehört einfach zu mir, da steckt mein Herzblut drin. Deshalb ist mein Business-Account auf Instagram auch eher persönlich statt professionell oder businesslike. In meinem Beruf im Krankenhaus muss ich schon eher die nötige Distanz wahren, um Schicksale gedanklich nicht mit nach Hause zu nehmen.

Welche weitere Herausforderungen musstest oder musst du meistern?

Die größte Herausforderung, mit der ich tagtäglich kämpfe, sind die ganzen gesetzlichen Vorgaben, die man erfüllen muss. Das habe ich anfangs definitiv unterschätzt. Ich bin ca. 40% der Zeit, die ich für meinen Shop aufbringe, mit Papierkram beschäftigt und das ärgert mich manchmal. Es ist aber wohl ein notwendiges Übel für jeden Unternehmer.

Vernetzung ist essentiell für Selbständige. Welche Tipps hast du für Mama-Gründerinnen, die noch kein Netzwerk haben?

Einfach trauen, die Leute anzusprechen oder anzuschreiben ☺ Ich weiß selbst, dass das manchmal nicht ganz einfach ist, aber es lohnt sich. Ich habe mittlerweile mit einigen Mädels guten Kontakt, man hilft sich gegenseitig und es ist auch schon die ein oder andere Freundschaft entstanden. Es ist ein Geben und Nehmen.

Welchen ultimativen Tipp hast du für Mamas die sich selbständig machen möchten?

Sucht euch einen guten Anwalt 😀 Ich empfehle immer sehr gerne die IT Rechtkanzlei München (https://www.it-recht-kanzlei.de) weiter. Man kann ein Monatsabo abschließen und bekommt immer aktualisierte, abmahnsichere Rechtstexte und es gibt eine sehr umfangreiche Infothek zum Thema Onlinehandel.

Zu guter Letzt, Morgenmensch oder Nachtmensch?

Definitiv Nachtmensch!!

Vielen Dank für das Interview, liebe Aleksandra!

… und wenn ihr Aleksandra Bleibohm und ihr Label Alice and Friends besser kennenlernen wollt, schaut doch mal auf ihren Social-Media-Profilen und auf ihrer Website vorbei!

Instagram: @alice.andfriends

Facebook: @aliceandfriends.de

Pinterest: Alice and Friends

Website: www.aliceandfriends.de

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