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Mama und Gründerin – Nadine Kästner-Otto und ihr Freubündel

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In Deutschland wächst die Zahl der Mama-Gründerinnen – der Mompreneurs, wie sie in den USA genannt werden. Mompreneurs sind Frauen die sich während der Schwangerschaft oder Elternzeit selbstständig gemacht haben und gleichzeitig Kind, Familie und Business rocken.

Ich selbst habe meinen Traum des eigenen kleinen Bio-Labels während der Elternzeit meines ersten Kindes verwirklicht und stehe kurz vor der Geburt meines Zweiten. Viel ist in den nun 18 Monaten passiert und vieles hat sich verändert..

In dieser Interview-Serie stelle ich euch großartige Mamas und Gründerinnen vor, die mir verraten, wie sie Kind und Business unter einen Hut kriegen.

Mama und Gründerin – Selbständig mit Kind, wie machst du das bloß?

Im letzten Beitrag habe ich euch Aleksandra und ihr Label Alice and Friends vorgestellt. Heute stelle ich euch die liebe Nadine vor. Sie ist Gründerin und Inhaberin von Freubündel.

Im Freubündel findest du zauberhafte handgefertigte Produkte für Babys, Kinder und Eltern.

Liebe Nadine, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst um uns ein paar Fragen zu beantworten. Würdest du dich und dein Business kurz vorstellen?

Vielen lieben Dank für die Gelegenheit! Ich heiße Nadine Kästner-Otto und bin momentan 37 Jahre alt. Ich bin gebürtige Nürnbergerin, lebe aber seit 10 Jahren in München. Mein Mann und ich sind inzwischen seit 15 Jahren ein Paar. Wir haben zwei Töchter. Die Kleine ist drei Jahre, die Große wird bald sechs.

Freubündel ist ein ganz besonderer Kids Concept Store. Bei mir gibt es nur handgefertigte Produkte für Babys, Kinder und Eltern. Handmade-Produkte sind allerdings oft auch kitschig. Sowas findet man bei mir nicht. Ich lege bei der Auswahl sehr großen Wert auf Design. Die Dinge in meinem Shop wurden zu 90% von anderen Müttern hergestellt und dazu noch überwiegend in Deutschland. Ich will andere Mütter unterstützen, aber auch nachhaltig arbeiten. Deshalb sind mir kurze Transportwege wichtig.

Bei Freubündel gibt es verschiedene Möglichkeiten: Einen „ganz normalen“ Onlineshop, einen Geschenke-Service und ein kuratiertes Überraschungspaket. Da könnte ich jetzt ohne Ende erzählen! 😀

Was hast du vor der Gründung beruflich gemacht?

Ich war TV-Redakteurin und habe Fernsehbeiträge produziert. Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, aber war mit vielen Reisen verbunden. Ich wollte nicht mehr so viel weg sein, als die Kinder auf der Welt waren.

Elternzeit, Ideenzeit!

Woher kam die Idee für dein Business und was war der entscheidende Auslöser um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen?

Die Idee kam mir kurz vor der Geburt meiner zweiten Tochter. Da verbringt man doch einige Zeit damit im Internet nach schönen Sachen zu stöbern. Zur Geburt meiner ersten Tochter hatte ich eine Mama-Box von einem großen Anbieter bekommen. Eine schöne Idee, aber mir hat da das Persönliche und Individuelle gefehlt. In der Regel sind da immer die gleichen Produkte der großen Marken drin, die meistens irgendwo billig produziert wurden. Deshalb wollte ich das Geburtsgeschenk neu erfinden und habe mir das Freubündel ausgedacht. Nach der Elternzeit, die ich immer länger ausgedehnt habe, konnte ich mir dann einfach nicht mehr vorstellen etwas anderes zu machen als Freubündel.

Welche war die wichtigste Vorkehrung die du treffen musstest, um dein Business zu starten?

Keine! Ich habe den Rat einer Bekannten befolgt: „Fang einfach an, dann bekommt es eine Eigendynamik.“ Hat gestimmt!

Wie haben deine Familie und Freunde reagiert?

Ich glaube, es hat eine Weile gedauert, bis sie realisiert haben, dass das nicht irgendeine neue Spinnerei oder ein Hobby von mir ist, sondern dass ich das wirklich ernst meine und mit Freubündel etwas auf die Beine stellen will. In meinem engsten Kreis sind aber alle sehr stolz auf mich und unterstützen mich, wo sie nur können.

„Das mit dem alles unter einen Hut bringen ist ein Mythos“

Wie organisierst du dich und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ohne dich selbst dabei zu vergessen?

Das mit dem alles unter einen Hut bringen ist ein Mythos glaube ich. Zumindest gelingt es mir nicht. An irgendeiner Ecke ist immer zu wenig Zeit, zu wenig Aufmerksamkeit, zu wenig Ordnung. Ich gebe mein Bestes und versuche besser darin zu werden, die Dinge mehr zu akzeptieren wie sie sind. Es geht eben nicht alles gleichzeitig.

Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus?

Tatsächlich ist jeder Tag anders! Aber ich beginne normalerweise um 8h oder spätestens 8:30h mit der Arbeit und kümmere mich zuerst darum die Mails und Nachrichten meiner Kundinnen zu beantworten und die Bestellungen fertig zu machen. Ich mag es nicht meine Kundinnen warten zu lassen, der persönliche Kontakt ist mir sehr wichtig. Deshalb hat das immer Priorität.

Was würdest du Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Nehmt eure Männer in die Pflicht! Die sollen euch Freiraum schaffen, damit ihr euren Traum verwirklichen könnt.

Herausforderungen im Businessalltag

Selbständigkeit bedeutet nicht selten auch Unsicherheit, kein Feierabend, kein Lohnersatz, wenn das Kind krank ist, Verschwimmen von Job und Privatleben. Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

Die Selbständigkeit hat meinen Blick auf das Geldverdienen sehr verändert. Wieviel man als Selbständiger arbeiten muss und wieviel man umsetzen muss, damit nach Abzug der Kosten, Steuern und Versicherung ein bisschen was übrig bleibt, das ist den Meisten gar nicht klar, glaube ich. Für mich ist das eine sehr wertvolle Erfahrung.

Welche weitere Herausforderungen musstest oder musst du meistern?

Als kleines Unternehmen ohne Kapital ist es sehr schwer bekannt zu werden. Das ist die immerwährende Aufgabe. Man ist enorm darauf angewiesen, weiterempfohlen zu werden. Man darf sich nicht davor scheuen, Kunden oder auch Freunde und Bekannte darum zu bitten.

Vernetzung ist essentiell für Selbständige

Vernetzung ist essentiell für Selbständige. Welche Tipps hast du für Mama-Gründerinnen, die noch kein Netzwerk haben?

Rausgehen und nicht zu viel Zeit im Home Office verbringen. Es gibt inzwischen viele Netzwerke, wie zum Beispiel die Mompreneurs bei Facebook, die Treffen organisieren bei denen du dich austauschen kann.

Zu guter Letzt, Morgenmensch oder Nachtmensch?

Definitiv Nachtmensch! Ich komme morgens so schlecht aus dem Bett und brauche gefühlt ewig bis ich richtig wach bin. War schon immer so.

Vielen Dank für das Interview, liebe Nadine!

… und wenn ihrNadine Kästner-Otto und das Freubündel besser kennenlernen wollt, schaut doch mal auf ihren Social-Media-Profilen und auf ihrer Website vorbei! Nadine hat sich und ihr Freubündel der 100köpfigen Jury der RTL Sendung „Hol dir die Kohle“ gestellt. Schaut wie es ihr ergangen ist.

Instagram: @freubuendel

Facebook: Freubündel

Pinterest: Freubndel

Website: www.freubuendel.de

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