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Mama und Gründerin – Eva Malawska und ihr Label kleine prints

In Deutschland wächst die Zahl der Mama-Gründerinnen – der Mompreneurs, wie sie in den USA genannt werden. Mompreneurs sind Frauen die sich während der Schwangerschaft oder Elternzeit selbstständig gemacht haben und gleichzeitig Kind, Familie und Business rocken.

Ich selbst habe meinen Traum des eigenen kleinen Bio-Labels während der Elternzeit meines ersten Kindes verwirklicht und stehe kurz vor der Geburt meines Zweiten. Viel ist in den nun zwei Jahren passiert und vieles hat sich verändert..

In dieser Interview-Serie stelle ich euch großartige Mamas und Gründerinnen vor, die mir verraten, wie sie Kind und Business unter einen Hut kriegen.

Mama und Gründerin – Selbständig mit Kind, wie machst du das bloß?

Im den letzten Beiträge habe ich euch Aleksandra und ihr Label Alice and Friends, Nadine und ihr Freubündel und Isabelle und ihr Label Merci Marie vorgestellt. Heute stelle ich euch die liebe Eva vor. Sie ist Gründerin und Inhaberin von kleine prints.

kleine prints steht für hochwertige und besondere Fotoprodukte aus stabilem Material für Kinderhände.

Liebe Eva, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst um uns ein paar Fragen zu beantworten. Würdest du dich und dein Business kurz vorstellen?

Sehr gerne. Ich bin 39 Jahre alt, gebürtige Polin, und wohne seit meinem 8. Lebensjahr in Hamburg.

Mein Unternehmen Kleine Prints bietet liebevolle Fotobücher, Memospiele und mehr für Kinder und Babys. Das besondere daran ist, dass die Fotoprodukte für die Kinder selbst sind und nicht (wie sonst üblich) für Oma, Opa & Co. Die Produkte sind sehr hochwertig und robust, eben gemacht für Kinderhände.

Was hast du vor der Gründung beruflich gemacht?

Ich war bereits vorher selbstständig als Grafikdesignerin und habe für kleiner Kunden Logos und Webseiten gestaltet. Außerdem habe ich als Freelancer in Agenturen gearbeitet.

Elternzeit, Ideenzeit!

Woher kam die Idee für dein Business und was war der entscheidende Auslöser um den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen?

Die Idee für das Fotobuch ist entstanden, als Lotta circa ein Jahr alt war. Sie hat sich sehr für Fotos interessiert und sich wie Bolle gefreut, wenn sie sich und bekannte Gesichter auf Bildern wiedererkannt hat. Um ihr die Kita-Eingewöhnung zu erleichtern wollte ich ihr gerne ein Fotobuch mit ihren Liebsten mitgeben. Aber alles auf dem Markt war nicht schön und stabil genug. Daher habe ich es einfach selbst gemacht.

Welche war die wichtigste Vorkehrung die du treffen musstest, um dein Business zu starten?

Die Gestaltung des Produkts und des Onlineshops ist mir dank meinem Beruf zum Glück leicht gefallen. Meine größte Hürde war die Programmierung des Onlineshops, da ich hier auf externe Partner zurückgreifen musste. Es war nicht immer einfach, einen vertrauenswürdigen Partner zu finden.

Wie haben deine Familie und Freunde reagiert?

Sie alle fanden es spannend und haben mich bestärkt und unterstützt. Aber ich glaube nicht, dass jemand von uns mit diesem Erfolg gerechnet hätte. Mich selbst eingeschlossen.

„Sich kleine Freiheiten verschaffen!“

Wie organisierst du dich und wie schaffst du es, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen, ohne dich selbst dabei zu vergessen?

Mein Freund und ich teilen uns sehr gut auf. Er bringt Lotta morgens zur Schule, ich hole sie ab. Einkauf, Wäsche und so erledigen wir abwechselnd. Ich koche abends, weil es mir Spaß macht und für mich auch Entspannung bedeutet. Da ich freitags nicht arbeite, gehe ich  dann ins Yoga und lunche ausgiebig mit Freunden oder bummele durch die Stadt. Abends und am Wochenende kann sich jeder von uns mit Freunden treffen und auch mal alleine in den Urlaub fahren. Diese Freiheit ist uns wichtig.

Wie sieht bei dir ein typischer Arbeitstag aus?

Seit Lotta in der Schule ich arbeite ich montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr. Wir teilen uns ein Gemeinschaftsbüro mit einem befreundeten Start-Up. Ich kann im Büro am besten arbeiten, auch wenn ich es genieße, dass ich bei Bedarf auch im Home Office bleiben kann. Morgens bin ich meistens die erste im Büro und liebe diese Ruhe. Ich versuche, gleich als erstes die unangenehmen Dinge zu erledigen (wie Buchhaltung vorbereiten!), damit ich mich dann auf die schönen Aufgaben konzentrieren kann. Nach Feierabend arbeite ich nicht mehr (außer Instagram, aber das ist ja auch Spaß 😉 und kann so viel besser abschalten.

Was würdest du Müttern raten, die sich selbständig machen möchten?

Sprecht über Eure Idee mit möglichst vielen Menschen und holt Euch Feedback! Das ist superwichtig, denn wir wurschteln sonst vor uns selbst so hin und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht. Und verkauft Euch nicht unter Wert! Viele Mütter tendieren dazu, ihren Stundenlohn vieeel zu niedrig anzusetzen. Das habe ich noch nie verstanden, das würde kein Mann so machen.

Herausforderungen im Businessalltag

Selbständigkeit bedeutet nicht selten auch Unsicherheit, kein Feierabend, kein Lohnersatz, wenn das Kind krank ist, Verschwimmen von Job und Privatleben. Wie gehst du mit diesen Herausforderungen um?

Das Gute ist, dass ich mir nie den Kopf über diese Dinge zerbrochen habe, denn ich bin hoffnungslose Optimistin.  Als Macherin stürze ich mich einfach in alles rein, ohne vorher einen Plan B zu haben. Wenn Probleme auftauchen, gehe ich sie gezielt an. Und spreche natürlich viel mit Freunden oder meiner Familie über die Herausforderungen. Der Austausch mit anderen (selbständigen) Mamas hilft da auch sehr.

Welche weitere Herausforderungen musstest oder musst du meistern?

In meinem Business ist und bleibt das Thema IT die größte Herausforderung. Da sich online so vieles schnell ändert, muss ich als Onlineshop immer dranleiben und mich weiter entwickeln. Das kostet viel Zeit und Energie, vor allem, wenn es nicht dein Lieblingsthema ist 😉

Vernetzung ist essentiell für Selbständige

Vernetzung ist essentiell für Selbständige. Welche Tipps hast du für Mama-Gründerinnen, die noch kein Netzwerk haben?

Ja, ein Netzwerk ist superwichtig! Es hat mir schon so oft an der einen oder Stelle aus der Patsche geholfen. Gut sind z.B. Facebook Gruppen wie Digital Media Women oder Momprenuers.de Diese veranstalten auch oft MeetUps, wo dann ein persönlicher Austausch stattfindet. Das finde ich noch besser als nur online.

Welchen ultimativen Tipp hast du für Mamas die sich selbständig machen möchten?

Traue Dich, Fragen zu stellen! Jeder hat mal klein angefangen und wenn Dich jemand inspiriert, dann rufe sie oder ihn an und stelle alle Fragen, die Dich interessieren. Du kannst dadurch so viel lernen und kommst schneller ans Ziel.

Zu guter Letzt, Morgenmensch oder Nachtmensch?

Hm, das kann ich gar nicht so richtig beantworten. Es ist extrem tagesformabhängig…  Oft stehe ich morgens auf und denke: Boah bin ich müüüüde, ich geh heute um Neun ins Bett! Aber abends ist es dann doch zu gemütlich beim Lesen auf der Couch oder die Serien doch zu spannend, so dass ich wieder länger wach bleibe als geplant 😉

Vielen Dank für das Interview, liebe Eva!

… und wenn ihr Eva und kleine prints besser kennenlernen wollt, schaut doch mal auf ihren Social-Media-Profilen und auf ihrer Website vorbei!

Instagram: @kleineprints.de

Facebook: @kleineprints

Pinterest: kleineprints

Website: kleineprints.de

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